Warum kann ich bei meinem Friseur mobil bezahlen, aber nicht beim großen Textilhändler in der City?

Die Gelegenheit beim Haarschopf gepackt

Vor kurzer Zeit war ich wieder einmal bei meinem Friseur Wolfgang Klose, Besitzer des Haarpflegehauses in Köln-Sülz. Nach dem Haareschneiden wollte ich natürlich bezahlen. Und es viel mir sofort auf: Das Notebook und das Kartenlesegerät waren verschwunden. Stattdessen stand dort ein PDA-großes mobiles Gerät. Das machte mich natürlich neugierig. Wolfgang erläuterte mir, dass sein bisheriger Kassenanbieter den Vertrag nicht verlängert hatte und er sich nach einer neuen Lösung umsehen musste. Er nutzte die Phase des Corona Lockdowns, um eine für ihn passende Lösung zu finden.

© Ilona & Wolfgang Klose

Die Anforderungen

Wolfgangs Vorstellungen: „Die neue Kasse muss mobil und überall einsetzbar sein. Außerdem muss sie alle Umsätze direkt an das Finanzamt übermitteln“. Das waren die Hauptanforderungen. „Darüber hinaus muss das Gerät ansprechend aussehen, die Software muss einfach konfigurierbar sein und ich möchte keinen separaten Bondrucker einsetzen müssen. Und der Preis muss natürlich stimmen.“

Die Lösung

Die Entscheidung fiel auf die Lösung von Orderbird.

Wolfgangs Gründe für die Wahl: „Orderbird hat mir ein gutes Angebot gemacht, das sogar günstiger ist als die bisherige Lösung war, und viel mehr Features bietet. So hat das Gerät zum Beispiel eine SIM-Karte die mir ermöglicht, die Kasse auch bei Hausbesuchen einzusetzen und den Umsatz sofort an das Finanzamt zu übermitteln. Die Kunden können mit allen gängigen Karten und auch Apple Pay bezahlen. Mit dem integrierten Bondrucker kann ich für die Kunden direkt den Kassenbon ausdrucken.“ Darüber hinaus kann Wolfgang mit dem Gerät die Bestände seiner Pflegeprodukte verwalten und diese bei Bedarf nachbestellen.

Die Erfahrungen

„Die Kunden können direkt im Frisiersessel bezahlen. Das ist besonders für ältere und körperlich eingeschränkte KundInnen ein sehr großer Vorteil. Ich kann Software und Gerät für eine monatliche Gebühr nutzen, deren Höhe in etwa so hoch ist wie der Harrpflegeservice für einen Kunden.“

Besonders positiv macht sich bemerkbar, dass eine Bezahlung über NFC und Apple Pay möglich ist. „Selbst hier im Kölner Vorort ist der Anteil der Kunden, die mit ihrer Apple Watch bezahlen möchten, sehr hoch. Und seit Corona hat die Zahl der bargeldlos zahlenden Kunden drastisch zugenommen. Es ist ein echter Mehrwert für die Kunden, dass ich diesen Service bieten kann“, so die Erfahrungen von Wolfgang in den ersten Wochen nach Ende des Lockdown. „Für uns ist das der erste Schritt in der Digitalisierung unseres Haarpflegestudios, und weitere Schritte sind geplant.“ So möchte Wolfgang zum Beispiel die ausliegenden Zeitschriften durch ein digitales Leseangebot erweitern und plant darüber hinaus den Einsatz einer digitalen Frisurberatungssoftware auf Basis von Virtual Reality.

Und wie sieht es im Modehandel aus?

Leider habe ich bis heute noch keinen Händler, gefunden, bei dem ich einen ähnlich kundenfreundlichen Bezahlservice finde wie bei meinem Friseur. Ich behaupte nicht, dass es sie nicht gibt, aber sie sind noch sehr spärlich verbreitet. Dabei ist es so einfach!

Sicherlich kann man eine Modekette nicht mit einem Friseurgeschäft vergleichen. Die Integration in eine vorhandene Kassensoftware, die Anbindung an die Warenwirtschaft oder das Entfernen der Warensicherung sind Herausforderungen, die es einem Filialisten schwerer machen als einem kleinen Dienstleistungsunternehmen. Allerdings werben die Anbieter mobiler Lösungen und digitaler Beratungsassistenten mit der schnellen und einfachen Integration in bestehende Systeme. Und dies sollte für einen Händler doch Grund genug sein, sich mit dem Einsatz einer mobilen Kasse zu beschäftigen.

Am wichtigsten ist jedoch, dass ein mobiler Bezahlprozess den Kundenwunsch nach einfacher und schneller Bezahlung erfüllt. Die Kunden wollen ohne den langen Weg zur Kasse und das Anstehen in Warteschlangen bezahlen. Bisher wurde als eines der K.O.-Kriterien für ein Bezahlen auf der Fläche immer wieder genannt, dass die Kunden lieber mit Bargeld zahlen als mit EC- oder Kreditkarte. Aber spätestens seit Corona zieht dieses Argument nicht mehr, da die Bereitschaft in der Bevölkerung, mit Karte zu zahlen, enorm zugenommen hat. Eine Studie von Bitkom aus dem Juli 2020 hat ergeben, dass sich 71% der Kunden mehr Möglichkeiten des kontaktlosen Bezahlens wünschen. Daran besonders interessiert sind die Altersgruppen 16 bis 29 Jahre und 50 bis 65 Jahre (Quelle: Bitkom Research 2020). Und wer dennoch mit Bargeld bezahlen möchte: Die konventionellen Kassenblocks werden sicherlich nicht gänzlich verschwinden.

Bleibt für den Modehandel nur noch ein Problem zu lösen: Wohin mit den Kleiderbügeln und den Warensicherungen? Wer heute schon RFID oder Soft-Tags einsetzt, der hat zumindest mit dem Entfernen von Warensicherungen kein Problem mehr. Für alle anderen sind bereits mobile Lösungen im Markt verfügbar, wie dieses Bild beweist:

© Bütema

Bütema hat einen Service-Checkout-Wagen für das Entfernen von Sicherungsetiketten und Bügeln und das Einpacken der Ware im Portfolio, der flexibel eingesetzt werden kann, genau dort wo Kunde und BeraterIn ihn benötigen – genauso wie die mobile Kasse …

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